Forschung im Fokus – Begegnung zwischen Öffentlichkeit und Wissenschaft

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In der deutschen Gesellschaft macht ein neuer Begriff die Runde–„postfaktisch“: Nicht mehr Fakten sind heute entscheidend, sondern Stimmungen, Meinungen und Einstellungen. Wissenschaft geht einen anderen Weg: Sie sammelt Beobachtungen und Daten, um bestimmte Teilbereiche der Wirklichkeit zu beschreiben und zu verstehen.Und das ist ohne Fakten nicht möglich. Die Vortragsreihe will auch in diesem Halbjahr zeigen, wie durch die genaue Erforschung von Fakten, sei es in der Medizin, den Natur- oder in den Geisteswissenschaften, neue Erkenntnisse entstehen.

Die Reihe "Forschung im Fokus" ist ein gemeinsames Projekt von Heinrich-Heine-Universität, Volkshochschule, Evangelischer Stadtakademie und Heinrich-Heine-Institut. Sie findet einmal im Monat in zentraler Lage im neuen Haus der Universität statt. Wir verbinden mit der Reihe die Hoffnung, dass Menschen und Wissenschaft, dass Universität und Stadt sich begegnen.

Wenn Sie direkt mit uns Kontakt aufnehmen möchten, so schreiben Sie uns eine E-Mail: undefineduni-in-der-stadt(at)uni-duesseldorf.de

Veranstaltungsort und -zeit
Haus der Universität
Schadowplatz 14
40212 Düsseldorf
undefinedwww.hdu.hhu.de
jeweils 19.00 Uhr

Teilnahmebeitrag
je Abend: 5,00 €, für Studierende frei

undefinedHier können Sie den aktuellen Flyer herunterladen

Aktuelle Veranstaltungen

Donnerstag, 25.01.2018

Wie gefährlich sind populistische Parteien?

Das neue Parteiengefüge Deutschlands im europäischen Vergleich

Prof. Dr. Thomas Poguntke

Institut für Deutsches und Internationales Parteienrecht und Parteienforschung

Die Bundestagswahlen vom September 2017 haben das Parteiensystem Deutschlands grundlegend verändert. Deutschland hat nun, wie viele andere europäischen Demokratien auch, eine signifikante rechtspopulistische Partei im Parlament.

Die daraus erwachsenden Probleme bei der Regierungs- bildung stellen die Politiker der etablierten Parteien vor erhebliche Herausforderungen. Gleichzeitig haben beide Volksparteien historische Tiefstände beim Wahlergebnis erreicht. Auch hier gibt es keinen deutschen Sonderweg, sondern eher eine Normalisierung: In vielen europäischen Demokratien sind die etablierten Parteien erheblichen Erosionsprozessen ausgesetzt.

Der Vortrag widmet sich im Wesentlichen drei Fragen:

Was bedeutet dies für die Zukunft der Parteiendemokratie?

Wie gefährlich sind populistische Parteien?

Welche Gegenstrategien gibt es?

Prof. Dr. Thomas Poguntke ist seit April 2010 als Professor für Vergleichende Politikwissenschaft an der Heinrich-Heine-Universität tätig und leitet als Direktor das Institut für Deutsches und Europäisches Parteienrecht und Parteienforschung (PRuF). Seit 2008 stellt der Einfluss der Europaparteien auf osteuropäische Parteien und Parteiensysteme seinen Arbeitsschwerpunkt dar.

 

Donnerstag, 01.03.2018

Junior Scientists. Nachwuchs-Forschung an der Heinrich-Heine-Universität
Dr. Jan Niklas Galle, Lena Masch, Dr. Sebastian Kötter

Die Heine Research Academies fördern jedes Jahr die Teilnahme ausgesuchter, junger Wissenschaftler/innen der HHU an internationalen Tagungen, um ihnen die Präsentation ihrer Forschungsprojekte zu ermöglichen. Drei der geförderten Nachwuchswissenschaftler/innen von der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen-, der Medizinischen- und der Philosophischen-Fakultät stellen ihre Forschungsarbeiten jetzt auch der Düsseldorfer Öffentlichkeit im Haus der Universität vor.

Dr. Jan Niklas Galle (Institut für funktionelle Genomforschung der Mikroorganismen;Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät): "Wie Chlamydien den Menschen infizieren"

Lena Masch (Institut für Sozialwissenschaften; Philosophische Fakultät): "Wut in der Politik: Effekte negativer Emotionen auf die Bewertung von Führungseigenschaften der Politiker und Politikerinnen"

Dr. Sebastian Kötter (Institut für Herz- und Kreislaufphysiologie; Medizinische Fakultät): "Titin - Sensibler Riese der Muskelzellen"

 

Donnerstag, 19.04.2018

Mehr (Internet-)Demokratie wagen?
Prof. Dr. Michael Baurmann

Mit dem Internet wurde anfänglich die große Hoffnung verbunden, dass seine neuen technischen Möglichkeiten zu einer umfassenden Mitwirkung der Bürgerinnen und Bürger an politischen Entscheidungen und damit zu einer Belebung der Demokratie insgesamt beitragen können. Geringe Teilnehmerzahlen bei Angeboten zur demokratischen Beteiligung sowie der zunehmende Missbrauch des Internets für antidemokratische Zwecke haben dieser Hoffnung einen erheblichen Dämpfer verpasst. Für die Nutzung des genuin demokratischen Potenzials des Internets müssen deshalb bessere Konzepte entwickelt und umgesetzt werden. An der Heinrich-Heine-Universität forschen Wissenschaftler/innen aus allen Fakultäten schon seit längerer Zeit an dieser Herausforderung. Seit einem Jahr haben sie sich ein gemeinsames Dach mit der Gründung des Düsseldorfer Instituts für Internet und Demokratie geschaffen. 

Prof. Dr. Michael Baurmann ist seit August 2017 als Seniorprofessor am Sozialwissenschaftlichen Institut der Philosophischen Fakultät der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf tätig. Seine Arbeitsgebiete sind die Allgemeine soziologische Theoriebildung, Sozialwissenschaften, Recht und Ethik sowie die Soziologie der Marktgesellschaft. Die aktuellen Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich des Sozialkapitals und Vertrauens sowie des Fundamentalismus und Extremismus.

 

 

Donnerstag, 03.05.2018

Was bringt eine globalhistorische Perspektive?
Prof. Dr. Stefanie Michels

1839 fertigt der äyptische Vize-König die erste Fotografie des Hafens von Alexandria an – so könnte eine Geschichte der Fotografie beginnen, wenn sie globalhistorisch erzählt werden würde. Der Vortrag untersucht die Netzwerke, in denen sich Fotografie – als technische, ästhetische und soziale Praxis – im langen 19. Jahrhundert verbreitete. Wie sie sich in regional unterschiedliche bestehende visuelle Praktiken einfand, wird ebenfalls vorgestellt. 

Stefanie Michels ist seit 2013 Professorin im Fach „Europäische Expansion“ an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Schwerpunkte ihrer Forschung und Lehre sind u.a. die deutsch-afrikanische Verflechtungsgeschichte, besonders Kamerun und die ehemaligen von Deutschland kolonialisierten Gebiete Tanzania, Ruanda, Burundi, Togo und Namibia. Eines ihrer laufenden Forschungsprojekte ist die kosmopolitische Familiengeschichte zwischen Kamerun, der Karibik und Europa. Sie ist Vizepräsidentin der „Association pour la recherche historique en Allemagne et au Cameroun“ und Vorsitzende des Vereins „Deutschland Postkolonial“. In einer 2009 erschienenen Monographie („Schwarze deutsche Kolonialsoldaten. Mehrdeutige Repräsentationsräume und früherer Kosmopolitismus“) hat sie sich mit postkolonialen Lesarten von Fotografien über koloniale schwarz-deutsche Soldaten auseinandergesetzt und eine Reihe von Artikeln über Fotografie, deutschen Kolonialismus und afrikanische Geschichte veröffentlicht.

 

 

Donnerstag, 07.06.2018

Von Alzheimer bis Parkinson

Zum Stand der Forschung über neurodegenerative Erkrankungen

Jun.-Prof. Dr. Alexander BüllInstitut für Physikalische Biologie

Was weiß die Forschung derzeit über die Ursachen und Mechanismen der am weitesten verbreiteten neurodegenerativen Erkrankungen? Der Vortrag thematisiert insbesondere den Zusammenhang zwischen der Fehlfaltung und Verklumpung von Eiweißmolekülen und Erkrankungen wie Alzheimer und Parkinson. Diese Prozesse, bei denen sich faserartige Ablagerungen von Eiweißen im Gehirn bilden, sind das verbindende Element einer Vielzahl verschiedener neurodegenerativer Erkrankungen.

Vorgestellt werden mögliche neue Therapieansätze und diagnostische Verfahren, die aktuell in den Instituten in Düsseldorf und am Forschungszentrum Jülich entwickelt werden. Auch auf die größten noch zu lösenden wissenschaftlichen Herausforderungen in diesem Bereich soll eingegangen werden.

Jun.-Prof. Dr. Alexander Büll arbeitet am Institut für Physikalische Biologie (IPB). Dort wird an dem Verständnis der Interaktionen zwischen Zellen und der Bestimmung dreidimensionaler Strukturen von an zellulären Prozessen beteiligten Protein-Komplexen in atomarer Auflösung geforscht. In einer eigenen Arbeitsgruppe arbeitet er zur physikalischen Chemie der Peptide und der Selbstassemblierung von Proteinen.

 

 

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